Aktuelles
Bessere Versorgung bei Schlaganfall
Ein roter Faden in der Behandlung
Kurz gesagt: Schlaganfall-Patienten der Region werden zukünftig noch besser medizinisch betreut. So haben mehrjährige Pilotprojekte in der jüngsten Vergangenheit gezeigt , dass sich dadurch Krankenhaus-Aufenthalte verringern lassen. Das Versorgungsmodell Schlaganfall verbessert aber nicht nur die Behandlung während der akuten Krankheitsphase in der Klinik. Es bietet auch eine organisierte Nachsorge durch Hausärzte und Neurologen über ein Jahr hinweg. Die Patienten erhalten einen "roten Faden" in der Behandlung. Mit einem Behandlungsplan wird für sie ein nahtloser Übergang zwischen stationärer Behandlung und Rehabilitation mit Überleitungsbetreuung in die einjährige ambulante Nachsorge festgelegt.
"Wir verdanken es der guten Zusammenarbeit der Ärzte und den erfolgreichen Ergebnissen in den Pilotregionen, dass das Projekt zur Integrierten Versorgung sowohl rheinlandweit als auch im Rheinisch-Bergischen Kreis angeboten werden kann. So können alle betroffenen Versicherten von den Vorteilen dieser Angebote der AOK Rheinland/Hamburg profitieren", betont Annegret Fleck, Regionaldirektion der AOK. Die Vorteile der Integrierten Versorgung (IGV) für Versicherte und Patienten lauten: hohe Versorgungsqualität, festgelegte, kurze Wartezeiten, klare Wegweisung im Medizinbetrieb und feste Ansprechpartner im Versorgungsnetz der Kreisstadt. Beteiligt beim Versorgungsmodell Schlaganfall sind nebem dem MKH die AOK Rheinland/Hamburg als Federführer, die Vereinigte IKK, die KKH-Allianz, die Landwirtschaftliche Krankenkasse NRW, die Krankenkasse für den Gartenbau, Reha-Einrichtungen, Hausärzte und Neurologen.
Versorgungsmodell Schlaganfall
Erklärtes Ziel des Versorgungsmodells Schlaganfall der AOK Rheinland/Hamburg im Kreisgebiet ist es, den Patienten nach dem Akutereignis Schlaganfall durch ein Netzwerk mit Kooperationspartnern wie Ärzte und medizinisches Personal besser zu betreuen. Denn den Erfahrungen nach nehmen die Betroffenen, vor allem Männer, Nachsorgetermine nicht wahr und suchen erst wieder bei einer massiven Verschlechterung des Gesundheitszustandes einen Arzt auf. Inzwischen ist es aber oft zu irreparablen Schäden gekommen. Annegret Fleck: "Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, Ärzte und Krankenhäuser für eine intensive Zusammenarbeit zugunsten der Patienten zusammenzubringen." Durch die IGV werden Behandlungsabläufe zwischen Rettungsdienst, MKH, niedergelassenen Neurologen und Hausärzten sowie Rehabilitationseinrichtungen aufeinander abgestimmt. Zeit- und Informationsverluste werden minimiert. Unter anderem ist auch eine abgestimmte und gesicherte Medikamentenversorgung ein weiterer Vorteil für die Patienten.
"Das Krankheitsbild des Schlaganfalls entwickelt sich derzeit zu einer Volkskrankheit. Nicht nur alte Menschen sind betroffen, immer häufiger auch junge Menschen", bemerkt Professor Thomas Els, Chefarzt der Klinik für Neurologie im MKH. Bei diesem sogenannten "Infarkt des Gehirns" kommt es aufgrund von Durchblutungsstörungen zur Schädigung von Gehirnregionen. Die Folge sind Lähmungen, Sprachverlust oder Gedächtnisverlust. 15 Prozent aller Todesfälle sind auf diese Erkrankung zurückzuführen. Sechs Monate nach einem erlittenen Schlaganfall ist die Hälfte der Betroffenen verstorben. Ein Drittel der Überlebenden ist pflegebedürftig. Eine sehr schnelle Akutversorgung nach Eintritt des Schlaganfalls ist besonders wichtig. Das MKH verfügt seit drei Jahren über eine Schlaganfall-Spezialabteilung, die "Stroke Unit" mit umfassenden Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Mit dem örtlichen Rettungsdienst ist vereinbart, dass alle Patienten mit Schlaganfallverdacht zur neurologischen Abklärung zu uns in die Notfallaufnahme des Krankenhauses gebracht werden und danach die nächsten Schritte wie Nachversorgung und Rehabilitation festgelegt werden. Zu den Besonderheiten des Versorgungskonzepts gehört, dass die Patienten für ein Jahr nach der akuten Phase persönlich von einem sogenannten "CaseManager", auch Lotse genannt, betreut werden. Denn es hat sich herausgestellt, dass nicht nur die ersten Stunden nach einem Schlaganfall zählen, sondern auch die kontinuierliche Behandlung innerhalb des ersten Jahres nach der Akutphase. Je früher und intensiver die Rehabilitation durchgeführt werden kann, umso schneller erlangen die Betroffenen ihre alten Fähigkeiten zurück.


