Panoramafoto des Marien-Krankenhauses

Adipositas oder Fettsucht

Wie ist die krankhafte Fettsucht definiert?

Zur Berechnung des Übergewichtes dient der Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht in Beziehung zur Körperlänge setzt.

Gewichtsklasse BMI (kg/m²) Beispiel Körpergröße 180 cm
Normalgewicht 20 – 24,9 70 kg
Übergewicht 25 – 29,9 90 kg
Adipositas I. 30 – 34,9 105 kg
Adipositas II. 35 – 39,9 120 kg
Adipositas III. > 40 > 130 kg

In Deutschland leiden 31 - 48 % der Erwachsenen an Übergewicht und 18 - 24 % der Patienten leiden an einer Adipositas Grad I - III.

Die Folgekosten der Adipositas sind mit mehr als 20 Mrd. Euro in Deutschland über die nächsten Jahre immens.

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Operationsmethoden

1. Restriktive Verfahren

Bei den restriktiven Verfahren kommt es zu einer Verkleinerung des Magenvolumens mit einem schnelleren Sättigungsgefühl. Die bekannteste Maßnahme ist das Gastric Banding.

2. Kombinierte Verfahren

Zu den kombinierten Verfahren gehört der Magenbypass und die biliopankreatische Diversion mit duodenalem Switch.
Diese Verfahren zeichnen sich durch eine Verkleinerung des Magenvolumens und durch eine Veränderung der "Verdauungsstrecke" aus.
Ein neues Verfahren ist die Magenschlauchbildung als ursprüngliche Vorläuferoperation des duodenalen Switch.

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Gastric Banding

Der operative Einsatz eines Silikon-Magenbandes (Gastric Banding) ist ein die Nahrungsaufnahme einschränkender Eingriff. Die Operation erfolgt ohne verbleibende Veränderungen der Anatomie.

Der Patient ist in einem hohen Maße eigenverantwortlich für den Erfolg oder Misserfolg dieser operativen Therapie. Das Gastric Banding bietet bei Beachtung gewisser Regeln eine hervorragende Möglichkeit zur dauerhaften Gewichtsreduktion.

Über fünf kleine (1 – 2 cm) lange Hautschnitte wird das Magenband um den Mageneingang herumgelegt, wodurch die Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt ist. So entsteht ein etwa 20 ml fassender kleiner "Vormagen" (Pouch) und ein voll funktionsfähiger Restmagen.

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Wann kommt die operative Plazierung des Magenbandes für mich in Frage?

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein für eine Magenband-Operation:

  1. Sie haben einen BMI von mindestens 40 kg/m² oder einen BMI zwischen 35 und 40 bei Nebenerkrankungen wie Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck.
  2. Sie sind mindestens 18 Jahre alt und nicht älter als 60 Jahre.
  3. Sie sind aufgrund Ihrer krankhaften Fettsucht seit mindestens 5 Jahren in ärztlicher Behandlung.
  4. Es ist Ihnen bisher nicht erfolgreich gelungen, Ihr Übergewicht durch alternative, nicht operative Maßnahmen dauerhaft zu senken.
  5. Sie leiden nicht an anderen Erkrankungen, die Ihre Fettleibigkeit verursachen.
  6. Sie sind bereit und in der Lage, Ihre Essgewohnheiten grundlegend und dauerhaft zu verändern.
    Nähere Informationen erhalten Sie auch in der Selbsthilfegruppe, die sich monatlich trifft.
  7. Es muss eine Genehmigung Ihrer Krankenkasse zur Kostenübernahme Ihrer Operation vorliegen.
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Magenschlauch oder Sleeve-Gastrectomy

Für extrem adipöse Patienten mit einem BMI > 50 gibt es drei operative Behandlungsmöglichkeiten:

  • Magen-Bypass nach Roux-Y
  • Duodenal-Switch-Operation
  • Laparoskopische Sleeve-Gastrectomy (Schlauchmagen)

Die Sleeve Gastrectomy wurde als Teil der Duodenal-Switch-Operation eingeführt und mit Bildung eines Schlauchmagens der endgültigen Operation vorgeschaltet.
Die Gewichtsabnahme durch die Schlauchmagenbildung verringert das operative Risiko bei extrem adipösen Patienten ganz wesentlich. Durch eine breite Verwendung dieser Maßnahme zeigte sich, dass die Magenschlauchbildung alleine bereits zu einer ausreichenden Gewichtsreduktion führte und viele Patienten eine zweite endgültige Maßnahme daraufhin ablehnten.
Mittlerweile werden in den Vereinigten Staaten bereits 20 % aller Operationen als Sleeve-Gastrectomy bei einem BMI > 50 durchgeführt.

Hierbei muss jedoch betont werden, dass es im Gegensatz zum Magen-Bypass-Verfahren keine ausreichenden Langzeitergebnisse über 5 bis 10 Jahre gibt.
Voraussetzung der Operation ist die Bildung eines kleinen Magenschlauches, der etwas 60 - 80 ml Flüssigkeit fassen kann. Darunter kommt es zu einer deutlichen Reduktion des Übergewichtes in den ersten 1 - 2 Jahren von 60 - 80 %. Durch diese Gewichtsreduktion nimmt die Rate der Patienten, die an einem Bluthochdruck leiden, deutlich ab. Eine Blutzuckerkrankheit bessert sich in bis zu 80 % der Fälle, wobei die Zahlen zwischen 20 und 60 % schwanken, wo die Zuckererkrankung nicht mehr behandlungsbedürftig ist.

Klar herausgestellt werden muss, dass die Magenschlauchbildung (Sleeve-Gastrectomy) bei einer unzureichenden Gewichtsabnahme ein vorgeschaltetes Operationsverfahren ist, welches dann mit deutlich verringertem Risiko evtl. in einen Magen-Bypass oder einen Duodenal-Switch umgewandelt werden muss.

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Magenbypass-Operation nach Roux-Y

Bei der Magenbypass-Operation wird ein kleiner Vormagen gebildet, an den der obere Dünndarm angeschlossen wird. Nach einer Länge von 150 cm wird der Dünndarm, der die Säfte der Bauchspeicheldrüse und der Galle enthält, an den vom Magen kommenden Dünndarmanteil angeschlossen.
Somit ergibt sich bei der Magenbypass-Operation eine Verkleinerung des Magens sowie eine Veränderung Resorptionsstrecke des Dünndarmes, d.h., einige Nahrungsbestandteile werden viel später vom Darm aufgenommen.

Durch die Magenbypass-Operation kommt es zu einer Reduktion des Übergewichtes von ungefähr 60 % mit erheblicher Verbesserung bei gleichzeitig vorliegender Zuckererkrankung, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Schlafapnoe.
Die allgemeine Komplikationsrate des Magenbypass ist mit 27 % höher als die des Magenschlauches oder des Magenbandes (ungefähr 10 %).

Durch den Ausschluss des Restmagens, des Zwölffingerdarms und des oberen Dünndarmes aus der Nahrungspassage werden einige Vitamine und Spurenelemente nicht ausreichend aufgenommen. Hier ist eine ausreichende Gabe von Eiweißen, Eisen, Calcium und Vitaminen notwendig, um Mangelzustände zu vermeiden.

Folgende Mangelerscheinungen treten nach einer Magenbypass-Operation auf:

  • Eisenmangel in bis zu 50 % der Fälle
  • Vitamin B12-Mangel in 35 % der Fälle
  • Anämie (Blutarmut) in 30 % der Fälle
  • Calciummangel in 10 - 12 % der Fälle
  • Vitamin D - Mangel in 45 % der Fälle
  • Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A, E, K) in bis zu 23 % der Fälle

Querweis/Link: Ernährungsweise nach Magen-Bypass-Operationen

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Spezielle Fragen

  1. Vor der Operation wird eine Magenspiegelung zum Ausschluss eines Zwerchfellbruches durchgeführt.
  2. Der stationäre Aufenthalt beträgt etwa 5 – 7 Tage.
  3. Während des stationären Aufenthaltes erfolgt eine Ernährungsberatung mit einem speziell auf Sie abgestimmten Ernährungsplan.
    Verhaltenshinweise für Magenbandträger werden Ihnen in schriftlicher Form vor Entlassung ausgehändigt.
  4. Das Ziel ist es, 3 – 4 kg pro Monat abzunehmen. Insgesamt sollten 60 % des Übergewichtes abgenommen werden.
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